Projekt Tansania

Umweltschutz gegen Armut

 

 "In den letzten Jahren ist es aufgrund anhaltender Trockenheit zu massiven Ernteausfällen und dem Massensterben von Tieren gekommen. In der Trockenzeit dehnen deshalb viele Bauern ihre Aktivitäten in höhrere Regionen aus: Es kommt zu Überweidung und Abholzung, die Umweltzerstörung schreitet voran, die Temperaturen nehmen zu. In der Regenzeit kommt es deshalb immer häufiger zu Überflutungen und Muren. Andererseits trocknen viele Quellen und Flüsse aus. Dadurch wird die Arbeitslast vor allem von Frauen und Kindern noch größer: Weitere Wege, um Feuerholz und Wasser zu holen, führen dazu, dass weniger Zeit bleibt, um Geld zu verdienen. Dies wiederum verstärkt die Armut noch zusätzlich. Auch einige Tier- und Insektenarten sind vom Aussterben bedroht." Eindringlich schildert Fr. Deo Mngumi die Folgen von Klimawandel und Umweltschäden im Gebiet der Diözese Same. Die Diözese liegt im Norden Tansanias und umfasst ein Gebiet von rund 10.800 km². Es reicht von den Pare-Bergen über Sumpfland bis zu den trockenen Maasai-Ebenen.

 

Bezugnehmend auf die Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus hat die im Norden Tansanias gelegene Diözese Same für ihr nächstes 5-Jahres-Programm (ab 2016) die Bewahrung der Schöpfung als einen ihrer Schwerpunkte festgelegt. Gemeinsam mit der Bevölkerung wurde ein umfassendes Programm zum Schutz der Umwelt und zur nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Ressourcen ausgearbeitet. So soll der Lebensstandard der Bevölkerung langfristig verbessert und die Abwanderung vor allem junger Menschen in die Städte gestoppt werden.

 

Das Programm umfasst ein Bündel von Maßnahmen in verschiedenen Bereichen:

Wasser: Baumpflanzungen entlang vonQuellen, Flüssen und Bächen helfen mit, dass diese nicht versiegen, sondern das Wasser wieder ansteigt. Es werden Maßnahmen zur Reinerhaltung von Wasserlöchern und zum sparsameren Gebrauch von Wasser umgesetzt. Umweltkomitees werden im Bereich Wassermanagement geschult.

Aufforstung, Biodiversität: Um Schäden durch Muren und Erosion zu verhindern, werden forstwirtschaftliche Schulungen für Bauern durchgeführt. Geplant sind umfangreiche Pflanzungen von Wald- und Obstbäumen sowie von Büschen. Sechs Baumschulen werden eingerichtet. Flächenwidmungen für Forstwirtschaft werden vorgenommen.

Ernährung: Die Förderung von Gemüseanbau, die Nutzung von Früchten und Pflanzen des Waldes und die Lagerung von Lebensmitteln sollen die Ernährung vielfältiger und gesünder machen. Bienenzucht und die Verwendung von Honig und Wachs tragen ebenso zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen bei. 

 

"Unsere Pflicht als Familie Gottes und als lokale Kirche ist es, die Schöpfung zu bewahren und unsere Mutter Erde zu einem gemeinsamen Heim aller Geschöpfe zu machen. Dazu möchten wir mit unserem Umweltprogramm beitragen." fasst Fr. Deo das Bemühen der Diözese Same zusammen. 

 

Die Fastenaktion arbeitet mit der Diözese Same seit einigen Jahren in verschiedenen Bereichen erfolgreich zusammen: Bau einer Wasserleitung, Renovierung eines Gesundheitszentrums, Ausbildung von KatechistInnen. Das Umweltprogramm soll von 2016 - 2020 finanziert und begleitet werden.

 

Kostenbeispiele:

400 Bienenstöcke werden benötigt. 1 Bienenstock kostet € 8.

200 Bauern/Bäuerinnen sollen an Schulungen teilnehmen. 1 Schulung über Wiederaufforstung kostet pro Person € 11.

Sechs Baumschulen sind geplant. Die benötigten Sämlinge für den Start einer Baumschule kosten € 265.

 

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